Beamter/Beamtin in der Bergverwaltung (höherer bergtechnischer Dienst) – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Beamter/Beamtin in der Bergverwaltung (höherer bergtechnischer Dienst)

Auch bekannt als: Bergrat/-rätin

BerufsfeldHandwerk & Fertigung
Arbeitsortein Büroräumen · im Außendienst (z.B. beim Inspizieren von Förderstätten) · in (Entwicklungs-)Labors · im Homeoffice bzw. mobil

Über den Beruf

Beamte und Beamtinnen im höheren bergtechnischen Dienst überwachen bergbauliche Förderstätten, prüfen Genehmigungsunterlagen und entscheiden über Auflagen. Sie inspizieren Schächte, Stollen und Tagebaue, kontrollieren Maschinen sowie Lüftungs- und Fördersysteme und achten auf Gruben- und Umweltschutz. Im Markscheidefach erfassen sie Gelände- und Schachtveränderungen, führen digitale Risswerke und aktualisieren Karten. Bei Unfällen oder erhöhten Emissionen untersuchen sie die Ursachen und leiten technische Gegenmaßnahmen ein. In Oberberg- und Bergämtern erstellen sie Sicherheitsnormen, erarbeiten Richtlinien und begleiten Investitionsprojekte. Außerdem koordinieren sie Prüfingenieur/innen, organisieren Fortbildungen, führen Statistiken zur Bergwirtschaft und beaufsichtigen bergbauliche Versuchsanstalten. Mit ihrem Urteil stellen sie sicher, dass Rohstoffe gewonnen werden können, ohne Beschäftigte oder Umwelt zu gefährden.

Ausbildung & Zugang

BerufstypBeamtenausbildung. abweichende Laufbahnbezeichnungen in den einzelnen Bundesländern
AusbildungsartVorbereitungsdienst, geregelt durch Verordnungen der Bundesländer
Zugangsvoraussetzungen2
  • I.d.R. abgeschlossenes Masterstudium oder gleichwertiger Hochschulabschluss in einem einschlägigen ingenieurwissenschaftlichen oder geotechnologischen Studienfach
  • Zusätzlich i.d.R. Ausbildung als Bergbaubeflissene/r oder als Beflissene/r des Markscheidefachs

Häufige Fragen

Was verdient man als Beamter/in in der Bergverwaltung?

Die Bruttobesoldung liegt zwischen 60.552 € und 104.604 € pro Jahr. Mit steigender Dienstzeit und höheren Verantwortungsstufen kann deine Besoldung innerhalb dieser Spanne wachsen.

Welche digitalen Skills braucht man als Beamter/in in der Bergverwaltung?

Im Berufsalltag spielen digitale Anwendungen eine große Rolle. Du nutzt Geoinformationssysteme, digitale topografische Karten und Dokumentenmanagementsysteme, um Lagerstätten zu kartieren und Unterlagen zu verwalten. Auch E-Akten, Open-Data-Portale und Video-Ident-Verfahren gehören zu den behördlichen Standards. Beim Einsatz autonomer Fördersysteme oder Bergbaurobotern überwachst du zudem, ob Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.

Wie sind die Berufsaussichten als Beamter/in in der Bergverwaltung?

Die Berufsaussichten als Beamter/in in der Bergverwaltung sind ausgeglichen. Aktuell ist der Fachkräftemangel hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen und es stehen viele Altersabgänge bevor. Dadurch haben Bewerber/innen derzeit gute Chancen. Bis 2040 schrumpft jedoch die Beschäftigung, und Arbeitgeber finden schneller Personal, weshalb die Konkurrenz langfristig zunimmt.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Beamter/in in der Bergverwaltung?

Die Arbeit vereint Büro- und Außendienst. Neben Bildschirmarbeit musst du beim Befahren von Gruben Schutzkleidung tragen und auch bei Kälte, Hitze oder Nässe im Untertagebereich zurechtkommen. Viele Aufgaben erfordern das genaue Einhalten gesetzlicher Vorschriften und den verantwortungsvollen Umgang mit teuren technischen Anlagen. Kontakt zu Betriebsleitern und Grubeneignern gehört ebenso dazu wie das Führen von Mitarbeitenden.

Kann man sich als Beamter/in in der Bergverwaltung selbständig machen?

Eine Selbständigkeit ist prinzipiell möglich, erfolgt dann aber außerhalb des Beamtenstatus. Mit deiner ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung kannst du z.B. ein bergbautechnisches Planungs- oder Ingenieurbüro gründen oder als beratende/r Ingenieur/in tätig werden. Vor der Gründung solltest du dich intensiv beraten lassen, etwa bei der KfW oder dem Existenzgründerportal des Bundeswirtschaftsministeriums.

Womit arbeitet man als Beamter/in in der Bergverwaltung?

Typische Arbeitsmittel reichen von Rechtsvorschriften wie dem Bundesberggesetz bis zu topografischen Karten und Prüfschemata. Im Büro nutzt du PC, Telefon, Videokonferenztools sowie Bergbauinformationssysteme, um Daten auszuwerten und Entscheidungen zu dokumentieren. Bei Vor-Ort-Kontrollen führst du Ergebnisprotokolle und greifst auf digitale Risswerke oder Online-Statistiken zurück.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Beamte/Beamtinnen in der Bergverwaltung?

Weiterbildungen decken ein breites technisches und rechtliches Spektrum ab. Möglich sind Kurse in Rohstoffgewinnung, Vermessungs- und Sprengtechnik, Geowissenschaften oder Geoinformationssystemen. Auch Verwaltungsrecht, öffentliche Verwaltung sowie Arbeits-, Anlagen- und Umweltrecht helfen dir, Führungs- und Spezialaufgaben zu übernehmen.