Beamter/Beamtin im Archivdienst (höherer Dienst) – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Beamter/Beamtin im Archivdienst (höherer Dienst)

Auch bekannt als: Archivrat/-rätin

BerufsfeldRecht & Verwaltung
Arbeitsortein Archiv- und Magazinräumen · in Büroräumen · in Lesesälen · in Besprechungsräumen · im Homeoffice bzw. mobil

Über den Beruf

Beamte und Beamtinnen im höheren Archivdienst bewerten Urkunden, Verwaltungsakten und digitale Datensätze, ordnen sie fachgerecht und erschließen sie in elektronischen Findbüchern. Sie entscheiden, welches Material dauerhaft gesichert wird, entwickeln Konzepte für Langzeitarchivierung und steuern Restaurierungs- oder Digitalisierungsprojekte. Forschende, Behörden und Öffentlichkeit erhalten von ihnen fachkundige Beratung; dafür organisieren sie Lesesäle, beantworten Anfragen und verfassen Gutachten. Häufig leiten sie ganze Archive oder Abteilungen, schulen Mitarbeitende und präsentieren ausgewählte Stücke in Ausstellungen oder Online-Portalen. Durch eigene Forschung und Fachpublikationen tragen sie zudem zur Weiterentwicklung der Archivwissenschaft bei.

Ausbildung & Zugang

BerufstypBeamtenausbildung. abweichende Laufbahnbezeichnungen in den einzelnen Bundesländern
AusbildungsartVorbereitungsdienst, geregelt durch Verordnungen des Bundes und der Bundesländer
Zugangsvoraussetzungen4
  • I.d.R. abgeschlossenes Masterstudium oder gleichwertig anerkannter Hochschulabschluss, z.B. in Archivwissenschaft
  • Englischkenntnisse mind. auf Niveau B2
  • Französischkenntnisse oder andere moderne Fremdsprache mind. auf Niveau A2
  • Grundkenntnisse in Latein

Häufige Fragen

Was verdient man als Beamter/in im Archivdienst?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.648 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 3.821 € und 5.655 €. Die genaue Besoldung richtet sich zusätzlich nach Laufbahngruppe, Dienstalter und Bundesland.

Wie sind die Berufsaussichten als Beamter/in im Archivdienst?

Die Berufsaussichten als Beamter/Beamtin im Archivdienst sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Bis 2040 wird es für Arbeitgeber schwieriger, Fachkräfte zu finden – die Konkurrenz unter Bewerbern sinkt langfristig. Viele Altersabgänge sind zu erwarten, wodurch zusätzliche Stellen frei werden. Aktuell ist der Fachkräftemangel allerdings gering und offene Stellen werden meist schnell besetzt.

Welche digitalen Skills braucht man als Beamter/in im Archivdienst?

Sichere IT-Kenntnisse sind Pflicht: Du solltest mit Dokumenten- und digitalen Sammlungsmanagementsystemen arbeiten können und Konzepte zur Langzeitarchivierung elektronischer Akten entwickeln. Auch der Einsatz von Bilderkennungs- oder Audio-Mining-Algorithmen zur automatischen Verschlagwortung sowie die Pflege von E-Akte- und Bibliotheksmanagementsystemen gehören zunehmend zum Job. Wer Ausstellungen digital vermittelt, plant zudem VR- oder Online-Formate.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Beamter/in im Archivdienst?

Der Arbeitsalltag spielt sich überwiegend in Magazin-, Büro- und Lesesälen ab und ist von längerer Bildschirmarbeit geprägt. Du trägst hohe Verantwortung sowohl für wertvolle Originaldokumente als auch für die Mitarbeiter/innen, die du anleitest. Zudem müssen zahlreiche archivrechtliche Vorgaben eingehalten und regelmäßiger Kundenkontakt gepflegt werden.

Womit arbeitet man als Beamter/in im Archivdienst?

Zum Handwerkszeug gehören Originaldokumente wie Urkunden, Akten, Karten, Fotos oder digitale Datenträger. Du nutzt Findbücher, Klassifizierungskataloge, Online-Portale, Datenbanken und Archivinformationssysteme, um Bestände zu erschließen. Ergänzt wird das Ganze durch typische Büro-IT mit Archivsoftware, Internetzugang und Telefon.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Beamter/in im Archivdienst?

Nach der Laufbahnausbildung stehen dir Fachkurse in Archiv-, Informations- und Dokumentationswesen oder Informations- und Wissensmanagement offen. Auch Verwaltungsrecht, öffentliche Verwaltung sowie Personal- und Teamführung sind beliebte Schwerpunkte, wenn du dich für Leitungsaufgaben qualifizieren möchtest.