Staatlich geprüfter Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/Staatlich geprüfte Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin
Über den Beruf
Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen therapieren Menschen mit Störungen der Atmung, Stimme, Sprache, des Sprechflusses oder Schluckaktes. Sie prüfen Atemfunktion und Stimmumfang, erstellen anhand ärztlicher Verordnungen oder eigener Befunde individuelle Therapiepläne und üben mit Patient/innen gezielt Artikulation, Atemrhythmus oder Schluckmuster. Dabei erklären sie Betroffenen und Angehörigen, wie Übungen zu Hause fortgeführt werden können. Zur Prävention schulen sie Berufsgruppen mit hoher Stimmbelastung, unterstützen Kinder bei der Sprachentwicklung, leiten Schwangere in Atemtechniken an oder gestalten Kurse zur Stressbewältigung. In Seminaren und Weiterbildungen vermitteln sie Sprech- und Stimmtraining an Lehrkräfte, Moderator/innen oder Senior/innen. Den Therapieverlauf dokumentieren sie fortlaufend und werten die Ergebnisse aus, um Behandlungsziele anzupassen oder Empfehlungen für Ärztinnen und Ärzte zu formulieren.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen3
- Mittlerer Bildungsabschluss
- Nachweis über Masernschutz für die praktische Ausbildung in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen
- Einrichtungen können ggf. weitere Schutzimpfungen oder Immunitätsnachweise verlangen, z.B. gegen Hepatitis A und B
Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 3.374 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 2.816 € und 3.934 €. Mit wachsender Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen kannst du an die obere Gehaltsspanne herankommen.
Wie lange dauert die Ausbildung zur/zum Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in?
Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Die genaue Organisation legt jede Berufsfachschule selbst fest.
Welche Schulfächer sind wichtig für Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen?
Wichtige Schulfächer sind Musik, Deutsch, Biologie und Pädagogik. Gute Leistungen darin erleichtern dir das Verständnis von Stimmbildung, Anatomie und den pädagogischen Komponenten der Ausbildung.
Ist der Beruf als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in körperlich anstrengend?
Der Beruf verlangt keine schwere körperliche Arbeit, setzt aber bestimmte Fähigkeiten voraus. Du brauchst funktionstüchtige Arme und Hände sowie einen intakten Tastsinn und Temperaturempfinden, um Übungen zu demonstrieren und Atem- bzw. Lautbildungsprozesse bei Patient/innen zu erfühlen.
Wie sind die Berufsaussichten als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in?
Die Berufsaussichten als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Aktuell besteht ein hoher Fachkräftemangel – offene Stellen sind schwer zu besetzen. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch zusätzliche Stellen frei werden. Allerdings finden Arbeitgeber bis 2040 voraussichtlich schneller Personal, sodass die Konkurrenz unter Bewerbern langfristig etwas steigt.
Welche digitalen Skills braucht man als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in?
Digitale Kompetenzen werden immer wichtiger. Du solltest 3-D-Simulationen einsetzen können, um Sprechbewegungen oder den Schluckvorgang zu visualisieren. Auch der Umgang mit Dokumentenmanagementsystemen, der elektronischen Patientenakte, Online-Formularen für Heilmittelverordnungen und Telemedizin-Tools für Videosprechstunden gehört dazu.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in?
Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen arbeiten vor allem in Praxis- und Unterrichtsräumen und haben viel direkten Kontakt zu Menschen. Die Tätigkeit wechselt zwischen handwerklichen Anteilen, etwa dem Einsatz von Gymnastikmaterial, und Bildschirmarbeit für Dokumentation und Planung. Häufig wechselst du zwischen medizinischen Einrichtungen, Bildungseinrichtungen und Büroarbeitsplätzen.
Womit arbeitet man als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in?
Zum Alltag gehören Messgeräte wie Audiometer sowie Ton- und Bildaufzeichnungsgeräte, Spiegel und Musikinstrumente. Du nutzt Spiel- und Bildmaterial, Gymnastikmatten oder Bälle, um Übungen abwechslungsreich zu gestalten. Für Dokumentation und Abrechnung sind PC, Internetzugang und Telefon unverzichtbar.
Kann man sich als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in selbständig machen?
Eine Selbständigkeit ist möglich. Nach mindestens zwei Jahren Vollzeittätigkeit kannst du eine von den Krankenkassen zugelassene Praxis eröffnen, allein oder gemeinsam mit Kolleg/innen. Alternativ ist eine freiberufliche Tätigkeit im pädagogischen Bereich ohne formale Zulassungen denkbar.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in?
Beliebte Fachfortbildungen sind Atemtherapie, Atempflege, Rhetorik, Stimm- und Sprachtraining sowie Gesundheitsförderung. Solche Kurse vertiefen dein Fachwissen und eröffnen neue Einsatzfelder, etwa im betrieblichen Gesundheitsmanagement.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in?
Für den nächsten Karriereschritt kannst du den Abschluss Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen erwerben oder ein Studium in Logopädie, Sprachtherapie, Rhetorik oder Sprechwissenschaft aufnehmen. Damit qualifizierst du dich für Leitungsaufgaben, wissenschaftliche Tätigkeiten oder die Lehre.
